Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL)
in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg


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Frage: Mal angenommen, es gäbe einen Titel, der Sie richtig beflügeln würde; wie würde dieser lauten?

Ein Beitrag der EFL Hamburg-St. Georg

Gemeinhin würde man ja sagen, dass das Wichtigste an einer Frage ihre richtige Beantwortung sei. Dabei unterschätzt man aber leicht das Potential einer guten Frage.

„Sind Sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert?" So lautet die erste Frage des ersten, von Max Frisch 1987 veröffentlichten Fragebogen. Schnell erlangten diese Fragebögen größere Berühmtheit und weite Verbreitung. Max Frischs Fragen sollen auch heute noch provozieren; sie zielen auf wunde Punkte und wollen, dass sich die und der Gefragte hinterfragen lässt. Die Gefragten werden zu Angefragten: „Wann überzeugt Sie die Ehe als Einrichtung mehr: wenn Sie diese bei anderen sehen oder in Ihrem eigenen Fall?"

Fragenstellen gehört zum beraterischen Alltagsgeschäft. Dabei ist es gar nicht so leicht, gute Fragen zu stellen. Manche Fragen können mit einem schnellen „ja" oder „nein" abgetan sein. Manche Fragen können sogar verletzen. Oft stellt sich heraus, dass gerade die Fragen als besonders wirkungsvoll und nützlich empfunden werden, auf die es eben nicht eine klare und schnelle Antwort gibt. Fragen, die uns erstmal mit einer Antwort zögern lassen, bieten das Potential, in ein neues Gebiet zu führen: eine neue Sichtweise, eine etwas andere Perspektive, die bereits oft erzählte Geschichte mal ein klein wenig anders wiedergegeben. Gute Fragen verlangen etwas Engagement der und des Befragten bei der Beantwortung. Vielleicht braucht es insbesondere in dieser Zeit – die kalten Monate liegen vor uns und die Neuinfektionen steigen wieder an – gute Fragen. Wenn diese Zeit eine „frag-würdige" Zeit ist, dann braucht es Fragen, die noch verborgene Ressourcen wecken, uns neu auf unsere Kräfte und Potentiale blicken lassen:

An welchem Ort sind Sie derzeit am meisten Privatperson? Was würde Ihr_e beste_r Freund_in sagen, wo Sie gerade richtig gut auftanken können?

Wenn Sie in fünf Jahren auf diese Zeit zurückschauen, welche Ressourcen und Kompetenzen würden Sie an sich finden, die Sie durch diese Zeit getragen haben?

Woran kann man heute schon merken, dass Sie engagiert auf Ihre Lebensziele zugehen?

Von Fragen kann man sich ansprechen lassen. Sie bieten das Potential für Neues. Eine gute Frage tut einem vielleicht besser als manch schnelle Antwort.

Welche Frage würden Sie gerne zurzeit mal gestellt bekommen?